Die Dieseltankanlage – die eigene kleine Tankstelle

Eine Dieseltankanlage oder Dieseltankstelle wird in der Regel als Eigenverbrauchstankstelle für den Fahrzeugpark von Gewerbebetrieben benutzt. Dieseltankanlagen gibt es als stationäre Anlage, die immer an demselben Ort stehen und als mobile Anlagen, die bei häufig wechselnden Einsatzorten, etwa für Tätigkeiten in der Bauindustrie, genutzt werden.

Bei den stationären Anlagen kann der Speicherbehälter für den Kraftstoff, also der eigentliche Tank, sowohl oberirdisch als auch als Erdtank unter der Erdoberfläche eingerichtet sein. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Der wesentliche Vorteil eines Erdtanks besteht darin, dass wegen seines unterirdischen Einbaus der Flächenverbrauch sehr gering ist, er beschränkt sich auf den Domschachtbereich, unabhängig von der Größe des Tanks. Nachteilig bei einem Erdtank ist der erhöhte Aufwand beim Einbau, der mit aufwendigen Tiefbauarbeiten verbunden ist. Ebenfalls nachteilig ist, dass der Erdtank sich nach einem unterirdischen Einbau jeglicher optischen Kontrolle entzieht. Zwar bieten heute mehrwandige Tanks und ausgeklügelte Leckwarnsysteme eine sehr hohe Sicherheit gegen das Eintreten schädlicher Bodenveränderungen durch einen Erdtank, aber zu einhundert Prozent lassen sie sich nicht ausschließen. Treten Untergrundschäden ein, so ist deren Sanierung meist mit einem immensen Kostenaufwand verbunden.

Oberirdische Tankanlagen haben viele Vorteile. Sie sind schnell und leicht aufzustellen, es gibt sie in nahezu beliebiger Größe, sodass eine Anpassung an den Flottenverbrauch des Unternehmens problemlos möglich ist und Schädigungen werden sofort bemerkt und können behoben werden. Erdbaumaßnahmen sind für die Aufstellung von oberirdischen Tanks nur durchzuführen, wenn wegen der Tankgröße Fundamente errichtet werden müssen.

Eine Dieseltankanlage darf nicht dazu beitragen, dass von ihr eine potenzielle Gefährdung von Umweltschutzgütern ausgeht, deshalb gibt es strenge Vorschriften für die Sicherung von Tankanlagen. Diese sind länderspezifisch festgelegt, aber haben im Prinzip überall die gleichen Anforderungen. So muss der Tank bei einer oberirdischen Aufstellung mit einer dichten Wanne versehen werden, die bei einer Havarie den Kraftstoff aufnehmen kann. Der Tank selber muss doppelwandig ausgeführt werden und mit einem Leckwarnsystem ausgestattet sein. Wenn er nicht aus Kunststoff gefertigt wurde, muss er mit einer korrosionsbeständigen Beschichtung versehen sein.

Um den Dieselkraftstoff aus dem Tank in die hierfür vorgesehenen Kraftfahrzeuge zu befördern, dient eine Pumpe, die in aller Regel als elektrische Pumpe ausgeführt ist. An diese Abfülleinheit wird ein Durchflussmesser, meist in analoger Ausführung, angeschlossen, mit dem die aktuelle Abgabemenge an Kraftstoff und die insgesamt abgegebene Menge aufgezeichnet wird. An dem ausreichend langen Abgabeschlauch befindet sich an der Dieseltankanlage eine Automatik-Zapfpistole zum Einfüllen des Kraftstoffs. Weiterhin verfügt eine Dieseltankanlage noch über einen Grenzwertgeber und es muss eine Anzeige für die noch im Tank vorhandene Menge an Diesel vorhanden sein.

Aber wozu wird eine Dieseltankanlage für den Eigenverbrauch überhaupt benötigt? Schließlich ist ja das Tankstellennetz sehr eng geknüpft und ein großer Teil der Tankstellen bietet heute lange Öffnungszeiten an, sodass eine Betankung auch außerhalb der früher üblichen Geschäftszeiten möglich ist.

Zunächst kann eine eigene Dieseltankanlage Sinn machen, wenn das Unternehmen über Fahrzeuge verfügt, die aufgrund einer beschränkten Zulassung nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegen dürfen. Das können zum Beispiel landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge oder spezielle Baufahrzeuge sein, die entweder ausschließlich in einem begrenzten Bereich agieren und daher keine öffentlichen Straßen benutzen oder die mit einem Tieflader zu ihrem Einsatzort transportiert werden. Da es ausgesprochen aufwendig ist, die Betankung solcher Fahrzeuge über Kanister vorzunehmen, sind hierfür Dieseltankanlagen angebracht.

Aber auch, wenn der Fuhrpark einer Unternehmung vollständig aus straßentauglichen Fahrzeugen besteht, kann eine eigene Dieseltankanlage sehr nützlich sein. Die Preise für Kraftstoff sind nicht konstant. Lässt man die generelle Preissteigerung, die bei Erdölprodukten zu beobachten ist, unbetrachtet, so zeigt sich dennoch, dass es Preisunterschiede gibt, die vom Wochentag abhängen. In der Regel ist der Kraftstoff an den Wochenenden teuer als am Wochenanfang oder in der Wochenmitte. Daneben gibt es auch noch jahreszeitliche Preisdifferenzen, die dazu führen, dass Dieselkraftstoff in den Wintermonaten teurer ist als im Sommer. Regellos kommen noch kurzzeitig anhalten Preisspitzen zu, die den generellen Trend des Dieselpreises überlagern und, etwa bei politischen Unruhen im Nahen Osten, zu temporären Preisspitzen führen. Diesen Markteinflüssen auf den Kraftstoffpreis kann durch eine vorausschauende und intelligente Vorratshaltung begegnet werden. Voraussetzung hierfür ist ein hinreichend großer Puffer, der in Form einer Dieseltankanlage geschaffen werden kann.

Daneben bietet eine Dieseltankanlage einem Unternehmen, das über einen großen Fuhrpark verfügt, ein hohes Maß an logistischer Flexibilität. Mit einer eigenen Dieseltankanlage kann jederzeit und exakt auf die Bedürfnisse des Fuhrparks abgestimmt eine Betankung vorgenommen werden, sodass längere unproduktive Wartezeiten, wie sie an öffentlichen Tankstellen nicht auszuschließen sind, nicht entstehen. Eine Dieseltankanlage erhöht also den Freiraum des Unternehmens.

Anbieter von Dieseltankanlagen

Lieferanten von Dieseltankanlagen gibt es in ausreichender Zahl im gesamten Bundesgebiet. Sie sind in den Gelben Seiten oder dem Internet leicht zu finden, meist unter dem Suchwort "Tankschutz" oder "Tankanlagen". Nachstehend eine kleine Auswahl von Lieferanten im Bereich der Ballungszentren. Sie ist nur als erster Anhalt gedacht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: